Kinostarts


GARAGENVOLK (2021)

Russland seine kleinen Bühnen

Bild: © missingFilms

In der Dokumentation GARAGENVOLK hat die Regisseurin Natalija Yefimkina Menschen im Norden Russlands in ihren “Hobbyräumen” besucht. Eine Fläche von unzähligen Garagen am Rande einer kleinen Stadt. Gebaut aus Holz, Beton und blankem Metall. Hinter dem Polarkreis sind die Nächte lang und kalt. Ein Bergwerk der einzige Arbeitgeber. Hinter den großen Türen verbergen sich Werkstätten, Fitnessräume, eine Wachtelzucht und auch ein Bandproberaum. Eine Garage ist bis zu vier Etagen unterkellert. Victor hat fast sein ganzes Leben daran gearbeitet.

 

Die Regisseurin hat es in einem 4 Jahre dauernden Produktionsprozess geschafft diesen Menschen unglaublich nahe zu kommen und damit eine Art Parallelwelt aufzudecken. Damit gibt sie den Blick frei auf Sehnsüchte und Leidenschaften, aber auch auf die Seele des einfachen russischen Mannes und der russischen Frau, die hier selten wie nie ihre Wärme, aber ihr Potential offenbaren. 

Aber auch das Schicksal der Protagonisten wird deutlich. Während noch die jungen Leute der Musikband vom Weggehen und Zukunft sprechen, scheint die Zukunft der anderen besiegelt. Alkoholismus und der Tod sind allgegenwärtig. Natalija Yefimkina erzählt in ihrer Dokumentation von der Tragik und dem Schmerz des Lebens, lässt aber auch Raum für das Komische, was genauso zum Leben dazu gehört, wie das Sterben. Eine intime Dokumentation, die man auf jeden Fall auf der großen Leinwand sehen sollte.

 

Ab jetzt im Kino!

 

Regie: Natalija Yefimkina

Deutschland/95 Minuten